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Zuhause in der Fremde – Asylsuchende und Flüchtlinge in Markgröningen

Veröffentlicht am 26.07.2015 in Pressemitteilungen

Im Rahmen der interkulturellen Wochen besuchte Prof. Dr. Lars Castellucci, Mitglied des Bundestags und stellvertretender SPD-Landesvorsitzender, die vom AK Menschen und SPD-Ortsvereins organisierte Gesprächsrunde mit Bürgermeister Rudolf Kürner. Trotz der hohen Temperaturen ließen es sich viele interessierte Bürgerinnen und Bürger nicht nehmen, sich über die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland und Markgröningen zu informieren.

Prof. Dr. Lars Castellucci berichtete anfangs von seiner Reise nach Italien. Mit Fotos von seiner Reise untermauert erzählte er von seinen Begegnungen mit Flüchtlingen, die bereits nach wenigen Monaten italienisch sprechen können. In Deutschland ist die staatliche Sprachförderung momentan ein großes Problem, da die Verwaltungen mit dem Abarbeiten der Asylanträge stark vereinnahmt sind. Daher lobte er die Schilderungen des Bürgermeisters, als er von der Arbeit vor Ort berichtete. Die Deutschkurse, die auf ehrenamtlicher Basis für männliche und weibliche Flüchtlinge gegeben werden, sind für die Integration in das gesellschaftliche Leben wichtig. Castellucci berichtete weiter über die Verhältnisse auf Lampedusa. „Nicht nur die Flüchtlinge, die dort landen sind stark traumatisiert. Auch die Menschen, vor allem Fischer, die den Menschen in den Booten in Seenot Hilfe leisten und viele aber nicht retten können, sind stark geprägt.“ Deutschland will einen Beitrag leisten, so  Castellucci, dass Flüchtlinge, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, unter humanitären Aspekten in Europa aufgenommen werden. Kritik äußerte Castellucci über die Einstellung mehrerer europäischer Staaten, keine bzw. sehr wenige Flüchtlinge aufzunehmen.

ürgermeister Rudolf Kürner zeigte die aktuelle Situation in Markgröningen auf. „Momentan konnten wir die uns zugewiesenen Flüchtlinge dezentral, also über die Stadt verteilt, unterbringen.“ Aber für die kommenden Jahre ist es unerlässlich, eine zentrale Unterkunft zu bauen. Eine finanzielle Belastung für die Stadt, die allerdings auf Grund des schnellen Handelns der Stadtverwaltung vom Land bezuschusst wird. Hierzu wird noch dieses Jahr der Baubeginn für eine Asylanschlussunterbringung in der Wilhelm-Haas-Straße sein. Der Bürgermeister lobte vor allem die Arbeit des Arbeitskreises Asyl, allen voran Bettina Krickl, für die geleistete Integrationsarbeit. Dabei schilderte er die Arbeit im Café Zuflucht, die Hausaufgabenbetreuung durch die Schülerinnen und Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums, die Deutschkurse, das Engagement der Carima und die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Trotz der guten Arbeit räumte Kürner aber auch ein, dass Markgröningen personell an Grenzen gestoßen ist. Man müsse sich überlegen, wie künftig die Integrationsarbeit personell ausgeweitet werden kann.

Sichtlich beeindruckt von der geleisteten Arbeit motivierte Lars Castellucci die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer Arbeit weiterzumachen. Ihm gefiel die Überschrift „Zuhause in der Fremde“, denn es ist tatsächlich so. Flüchtlinge wären gerne in ihrem Zuhause geblieben – sie sind aus Not und Leid von Daheim geflüchtet. Man müsse alles Mögliche tun, um den Menschen hier eine Perspektive zu bieten. Das ist nicht nur gut für die einzelnen Menschen – das ist auch gut für unsere Gesellschaft.

 

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